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Kurze Historie
Foto: Zeche Westfalen von oben mit Förderturm
Ralf Ewers

Kurze Historie der Stadt Ahlen

Ahlen ist heute eine postindustrielle Gewerbestadt im Grünen mit einer über 1200 Jahre alten Ortsgeschichte. Der bisher größte Strukturwandel wurde insbesondere mit Schließung der Zeche Westfalen im Jahr 2000 vollzogen. Heute hat sich die Stadt durch zunehmenden Online-Handel und verändertes Kauf- und Freizeitverhalten der Bürger neuen Herausforderungen zu stellen. Mit ca 56.000 Einwohnern ist sie größte Stadt im Kreis Warendorf. 

Die Lage der Stadt Ahlen im Süden des Münsterlandes und am östlichen Rand des Ruhrgebietes, aber auch die ländliche wie industrielle Prägung macht sie zu einem interessanten Verbindungsglied zwischen den Regionen.

Die Anfänge Ahlens gehen auf einen sächsischen Edelhof am seichten Ufer der Werse zurück, der zu Zeiten Karls des Großen im 8. Jahrhundert als Schenkung an das Bistum zu Münster fiel. Eine der ersten Urpfarreien des Münsterlandes, ein romanischer Vorgängerbau der heutigen Kirche St. Bartholomäus zog eine Kirchhofbebauung und die darauffolgend schnelle Ausdehnung des Ortes nach sich. Stadtrechte sind seit 1224 das erste Mal belegt, so dass im Jahr 2024 das 800-jährige Bestehen der Stadt gefeiert werden kann.

Für die Zeit des Mittelalters und der Neuzeit sind viele Ereignisse und Schicksalsschläge überliefert, die Konsequenzen für die Stadtentwicklung hatten, so z.B. die Pest, die immer wieder durchziehenden Truppen im 30-jährigen Krieg und auch im 7-jährigen Krieg oder auch die Stadtbrände von Ende des 15. Jahrhunderts, 1668 und 1744.

Ahlen war bis zum Zeitalter der Industrialisierung eine kleine Ackerbürgerstadt, die sich nach Schleifung der mittelalterlichen Stadtmauer, der Wälle und Gräben sowie der fünf Stadttore über die damaligen Stadtgrenzen hinaus ausdehnte. Erste Schritte zum großen Wandel zeichneten sich mit Eröffnung der Cöln-Mindener Eisenbahnstrecke im Jahr 1847 ab. Die erste Industrialisierungsphase Ahlens begann Ende des 19. Jahrhundert mit Emailleindustrie, Schuhfabrikation, Weberei und Strontianitabbau, während die zweite Phase Anfang des 20. Jahrhunderts mit dem Steinkohleabbau in über 1000 m Tiefe noch einmal einen enormen Bevölkerungszuwachs und damit einen Bauboom bedeutete.

Die Weltkriege hatten relativ geringen Einfluss auf die baulichen Strukturen der Stadt. Dem mutigen Handeln von Dr. Paul Rosenbaum, Lazarettarzt in Ahlen und dem amerikanischen Kommandanten Sidney Hinds ist es zu verdanken, dass die Stadt zum Ende des 2. Weltkrieges nicht – wie viele andere Städte im Westen Deutschlands - zerstört wurde.

Die heute vorhandene historische Struktur der Stadt Ahlen setzt sich aus über 200 Baudenkmälern, wie u.a. landwirtschaftliche Höfe, Ackerbürgerhäuser und Geschäftshäuser, Industrie- und Technikbauten und Siedlungen zusammen. Aber auch der überlieferte Stadtgrundriss des Mittelalters und im Boden verborgene Artefakte sind denkmalgeschützt.

Denkmalliste der Stadt Ahlen: 

Informationen zum Thema Denkmalschutz und -pflege:

Weitere Infos zur Stadtgeschichte und zu einigen der interessantesten Denkmäler: 


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